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Patienteninformationen

Die Leidenschaft unserer Mitarbeitenden ist es, Patienten zu helfen.

Patienteninformationen

Die hier aufgeführten Informationen richten sich an Patienten, bei denen möglicherweise ein Herzklappenersatz oder eine Herzklappenreparatur durchgeführt werden muss. Wir stellen diese Informationen zur Verfügung, damit Sie und Ihre Angehörigen sich eingehender über das Herz, die Funktionsweise der Herzklappen, die Diagnose von Herzklappenerkrankungen und die verschiedenen verfügbaren Behandlungsoptionen informieren können.

Bitte beachten Sie, dass diese Informationen nicht vollständig sind, was künstliche Herzklappen oder Produkte zur Herzklappenreparatur oder die damit verbundene medizinische Versorgung anbelangt. Regelmässige Kontrollen durch einen Herzspezialisten sind unerlässlich, und Sie können sich jederzeit an Ihren Arzt wenden, wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer Gesundheit haben. Dies gilt insbesondere, wenn Sie ungewöhnliche Symptome bei sich beobachten oder sich Ihr allgemeiner Gesundheitszustand verändert.

DIE FUNKTION DES HERZENS

DIE FUNKTION DES HERZENS

Das Herz ist ein Muskel, der in der Mitte der Brusthöhle zwischen den beiden Lungenflügeln sitzt. Das Herz hat etwa die Grösse Ihrer beiden ineinander gefalteten Hände. Es ist eine raffinierte Pumpe, die alle Zellen, das Gewebe und die Organe im Körper mit Blut versorgt. Die rechte Seite des Herzens pumpt Blut durch die Lunge, wo das Blut mit Sauerstoff angereichert und Kohlendioxid aus dem Blut entfernt wird. Die linke Seite des Herzens sammelt das sauerstoffreiche Blut und pumpt es in die restlichen Körperregionen.

IM INNEREN DES HERZENS

Herzhöhlen und Klappen des Herzens

Das Herz besteht aus vier Herzhöhlen und erfüllt seine Pumpfunktion durch Zusammenziehen (Pumpen von Blut aus den Kammern) und Entspannen (Einströmen von Blut in die Kammern). Die beiden oberen Herzhöhlen werden Vorhöfe genannt. Sie sammeln das Blut, das durch die Venen aus dem Körper zurückgeführt wird. Die beiden Vorhöfe ziehen sich nur mit geringer Kraft zusammen und pumpen dadurch das Blut in die Herzkammern. Die Herzkammern sind die muskulösen unteren Herzhöhlen. Die Herzkammern ziehen sich kraftvoller zusammen und pumpen so Blut über die Arterien in den Körper. Die rechte Herzkammer pumpt Blut in die Lunge. Von allen Herzhöhlen leistet die linke Herzkammer die meiste Arbeit. Durch das kraftvolle Zusammenziehen der linken Herzkammer wird sauerstoffreiches Blut zu allen Organen des Körpers gepumpt.

Das Herz verfügt ausserdem über vier Herzklappen. Deren Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass das Blut nur in eine Richtung fliesst. Sie öffnen sich zur richtigen Zeit, um den Vorwärtsfluss des Blutes zu ermöglichen, und schliessen sich dann wieder, um einen Rückfluss des Blutes zu verhindern. Die Mitral- und die Trikuspidalklappe steuern den Blutfluss von den Vorhöfen in die Herzkammern. Die Aorten- und die Pulmonalklappe steuern den Blutfluss aus den Herzkammern. Die Abbildung zeigt die einzelnen Herzhöhlen und Klappen des Herzens.

Herzhöhlen und Klappen des Herzens

Der Blutkreislauf

Das Blut dient dazu, Gewebe und Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen und Abfallprodukte abzutransportieren. Es gibt genau genommen zwei Blutkreisläufe im Körper.

Der erste Kreislauf führt vom Herzen zur Lunge, wo das Blut Sauerstoff aufnimmt und Kohlendioxid abgibt. Kohlendioxid ist ein Abfallprodukt, das entsteht, wenn der Körper Sauerstoff verbraucht. Der andere Kreislauf führt in den Körper, wo Sauerstoff und Nährstoffe im Blut gegen Kohlendioxid und andere vom Körper erzeugte Abfallprodukte ausgetauscht werden. Venen sind die Blutgefässe, die das Blut zum Herzen zurückführen. Arterien sind die Blutgefässe, die Blut vom Herzen weg zur Lunge und in die restlichen Körperregionen führen.

Der Herzmuskel, der Herzzyklus und der Blutdruck

Der Herzmuskel (das sogenannte Myokard) erzeugt die notwendige Kraft zum Auswurf (Pumpen) des Blutes aus den Herzkammern. Wenn sich die Herzkammern zusammenziehen, pressen sie das Blut aus dem Herzen durch die Herzklappen und in die Aorta (Hauptschlagader) (aus der linken Herzkammer) bzw. in die Lungenarterie (aus der rechten Herzkammer). Diese Phase des Herzzyklus – das Zusammenziehen und Herauspumpen des Blutes aus dem Herzen – wird als „Systole“ bezeichnet.

Nach dem Zusammenziehen müssen sich die Herzkammern entspannen, so dass sie sich wieder mit Blut füllen können, das dann aus dem Herzen gepumpt wird. Wenn sich die Herzkammern entspannen, füllen sie sich mit dem Blut aus den Vorhöfen. Diese Phase des Herzzyklus wird als „Diastole“ bezeichnet.

Während der Systole zieht sich das Herz zusammen und pumpt Blut aus den Herzkammern.
Während der Diastole entspannt sich das Herz und die Herzkammern füllen sich mit dem Blut aus den Vorhöfen.

Die Kombination von Zusammenziehen (Systole) und Entspannung (Diastole) wird als Herzzyklus bezeichnet. Sie haben diese Begriffe möglicherweise schon einmal gehört, als bei Ihnen der Blutdruck in einer Arterie am Arm gemessen wurde. Die Blutdruckmessung setzt sich aus zwei Werten zusammen, die jeweils der Systole und Diastole des Herzzyklus entsprechen. Beispielsweise können Sie einen Blutdruck von 120 zu 80 haben. 120 ist der systolische Blutdruck, das heisst, der Druck, der beim Zusammenziehen der linken Herzkammer erzeugt wird. 80 ist der diastolische Blutdruck, also der Blutdruck, der im Körper vorliegt, wenn die linke Herzkammer entspannt ist und sich mit Blut füllt.

Die Herzarterien

Wie alle anderen Organe oder Muskeln im Körper verfügt das Herz über Arterien, die mit Nährstoffen und Sauerstoff angereichertes Blut transportieren. Die Herzarterien werden auch als Herzkranzarterien oder Koronararterien bezeichnet. Es gibt folgende drei Koronararterien: die rechte Koronararterie, den vorderen absteigenden Ast der linken Koronararterie und den umschlingenden Ast der linken Koronararterie. Wenn sich diese Arterien durch die Ablagerung von Cholesterin in Form von sogenannten Plaques verengen, spricht man von einer koronaren Herzkrankheit. Wenn eine Koronararterie vollständig verschlossen ist, wird die Blutzufuhr zu einem Teil des Herzmuskels unterbrochen und es kommt zu einem Herzinfarkt. Ein Herzinfarkt verursacht Schäden am Herzmuskel, da einige Herzzellen absterben.

Normale, gesunde Herzklappen

Die Klappen des menschlichen Herzens sind bemerkenswerte Gebilde. Diese papierdünnen Segel, die mit der Herzwand verbunden sind, „schlagen“ ununterbrochen und öffnen und schliessen sich bei jedem Herzschlag – tagein, tagaus und Jahr für Jahr. Bei jedem Schlag stellen die Herzklappen ihre Stärke und Beweglichkeit unter Beweis.

Es gibt vier Herzklappen. Zwei der Herzklappen werden als Segelklappen bezeichnet. Sie steuern den Blutfluss aus den Vorhöfen in die Herzkammern. Die Segelklappe auf der rechten Seite des Herzens wird Trikuspidalklappe genannt. Sie sitzt zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer. Die Bezeichnung „Trikuspidal“ bezieht sich auf die drei Segel, aus denen diese Herzklappe besteht. Die Segelklappe auf der linken Seite des Herzens wird als Mitralklappe bezeichnet. Diese Herzklappe steuert den Blutfluss zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer. Sie besteht aus zwei Segeln. Die anderen beiden Herzklappen – die Aortenklappe und die Pulmonalklappe, verfügen über jeweils drei Segel. Diese Herzklappen befinden sich an den Ausstrombahnen des Herzens und steuern den Fluss des Blutes, das aus den Herzkammern und dem Herzen strömt. Die Aortenklappe dient als „Tor“ zwischen dem Herzen und dem Rest des Körpers. Jeder Tropfen Blut, der aus der linken Herzkammer ausgeworfen wird, muss die Aortenklappe passieren. Die Aortenklappe befindet sich zwischen der linken Herzkammer und der aufsteigenden Aorta (dem oberen Abschnitt der Aorta). Die Pulmonalklappe sitzt zwischen der rechten Herzkammer und der Lungenarterie. Die Mitral- und Trikuspidalklappe sind wesentlich grösser als die Aortenklappe und die Pulmonalklappe.

In der folgenden Abbildung sind Form und Lage der vier Herzklappen dargestellt. Die charakteristischen Herztöne („lubb-dubb“) werden durch das Schliessen der Herzklappen verursacht, der erste durch Schliessen der Mitral- und Trikuspidalklappe und der zweite durch Schliessen der Aorten- und Pulmonalklappe.

Normale, gesunde Herzklappen

Funktion der Herzklappen

Eine normale, gesunde Herzklappe minimiert Engstellen und ermöglicht den ungehinderten Fluss des Blutes in nur eine Richtung. Sie schliesst sich schnell und vollständig, sodass nur wenig Blut zurück durch die Klappe fliessen kann (der Rückfluss von Blut durch eine Herzklappe wird als „Regurgitation“ bezeichnet). Es kann eine leichte Regurgitation oder Undichtigkeit vorliegen, ohne Probleme zu bereiten, eine starke Regurgitation ist jedoch stets abnormal.

Wenn sich eine Herzklappe vollständig und gleichförmig öffnet, fliesst das Blut gleichmässig und ungehindert durch die Klappe. Wenn sie sich nicht vollständig oder gleichförmig öffnet, entsteht ein chaotischer und turbulenter Blutfluss. Wenn eine Herzklappe verengt ist oder sich nicht vollständig öffnet, spricht man von einer sogenannten „Stenose“.

Sowohl Regurgitation (Undichtigkeit) als auch Stenose (Verengung) erhöhen die Arbeitslast des Herzens.

Funktion der Herzklappen

HERZKLAPPENFEHLER UND DIAGNOSE

HERZKLAPPENFEHLER UND DIAGNOSE

Herzklappenfehler können auftreten, wenn es zu einer Verengung (Stenose) einer Herzklappe kommt, so dass diese den Blutfluss staut. Oder eine Herzklappe ist undicht (Regurgitation), so dass Blut zurück ins Herz fliesst. Manchmal liegt bei einer Herzklappe sowohl eine Stenose als auch Regurgitation vor. Diese Herzklappenfehler können verschiedene Ursachen haben.

Ursachen für Herzklappenerkrankungen

Degenerative Herzklappenerkrankung: – Dies ist eine häufige Ursache für Fehlfunktionen der Herzklappen. Am häufigsten ist die Mitralklappe betroffen. Es ist eine fortschreitende Erkrankung, die mit einem Mitralklappenprolaps (anormale Bewegung der Segel) beginnt und zu einer allmählichen Verschlechterung führt. Im Lauf der Zeit werden die Sehnenfäden der Herzklappe immer dünner oder reissen und die Segel werden schlaff und funktionieren nicht mehr. Dies führt zu dazu das die Herzklappe undicht wird.

Degenerative Herzklappenerkrankung

Verkalkung im Alter – Unter Verkalkung versteht man die Ansammlung von Kalk an den Herzklappen. Am häufigsten ist die Aortenklappe betroffen. Diese Ablagerungen führen zu einer Verhärtung und Verdickung der Herzklappe und können eine Aortenstenose (Verengung der Aortenklappe) verursachen. Als Folge davon öffnet sich die Klappe nicht vollständig und der Blutfluss wird gestört. Aufgrund dieser Störung muss das Herz härter arbeiten und es kommt zu Symptomen wie Brustschmerzen, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Kurzatmigkeit und Ohnmachtsanfälle. Verkalkung tritt im Alter auf, wenn sich Kalk im Laufe des Lebens an den Segeln der Herzklappen ablagert. Wenn Sie mehr über die Aortenstenose erfahren möchten, besuchen Sie http://www.neueherzklappe.de/

Verkalkung im Alter

Koronare Herzkrankheit – Die Schädigung des Herzmuskels infolge eines Herzinfarkts kann die Funktion der Mitralklappe beeinträchtigen. Die Mitralklappe ist mit der linken Herzkammer verbunden. Wenn die linke Herzkammer nach einem Herzinfarkt vergrössert ist, kann dies zu einer Überdehnung und in der Folge zu einer undichten Mitralklappe führen.

Rheumatisches Fieber – Das rheumatische Fieber war einst eine häufige Ursache für Herzklappenerkrankungen, tritt heute jedoch in den meisten entwickelten Ländern relativ selten auf. Rheumatisches Fieber wird durch eine bakterielle Infektion mit A-Streptokokken verursacht und kann das Herz und das Herz-Kreislauf-System, speziell das Segelgewebe der Klappen, schwer schädigen. Wenn sich das rheumatische Fieber auf eine Herzklappe auswirkt, kann es zu einer Stenose oder Regurgitation der Klappe oder beidem kommen. Häufig zeigt sich der Herzklappenfehler erst Jahrzehnte nach dem Auftreten des rheumatischen Fiebers.

Geburtsfehler – Angeborene (kongenitale) Herzfehler können den Blutfluss durch das Herz-Kreislauf-System stören. Je nach Art des jeweiligen Herzfehlers kann das Blut kann in die falsche Richtung fliessen, in einem ungleichmässigen Rhythmus oder sogar teilweise oder vollständig gestaut werden. Angeborene Herzfehler können von leichten Fehlern wie einer Fehlbildung einer Herzklappe bis hin zu schwereren Problemen wie einer komplett fehlenden Herzklappe reichen. Sie erfordern eine spezielle Behandlung.

Bakterielle Endokarditis – Die bakterielle Endokarditis ist eine bakterielle Infektion, die sich auf die Herzklappen auswirken und Deformierung und Schädigung der Klappensegel verursachen kann. Dies führt in der Regel zu einer undichten (Regurgitation) Herzklappe, wobei die Mitralklappe am häufigsten betroffen ist.

Diagnose von Herzklappenerkrankungen

Bevor ein Patient bezüglich eines Herzklappenproblems bei einem Hausarzt oder Kardiologen (einem Facharzt für Herzerkrankungen) einen Termin hat, liegen meist bereits bestimmte Anzeichen oder Beschwerden vor. Zu den körperlichen Anzeichen für eine Herzklappenerkrankung zählen: Angina pectoris (Brustschmerzen), Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl oder Bewusstlosigkeit.

In manchen Fällen verursacht ein Herzklappenfehler jedoch möglicherweise keinerlei Symptome. Diese Herzklappenfehler werden häufig mithilfe eines Stethoskops bei Routineuntersuchen festgestellt. Bei Herzklappenfehlern wie Stenose oder Regurgitation tritt oftmals ein Herzgeräusch auf. Herzgeräusche, insbesondere wenn sie neu oder laut sind, sollten vom Arzt weiter untersucht werden.

Kardiologen und Chirurgen stehen zahlreiche Methoden zur Diagnose einer Herzklappenerkrankung zur Verfügung. Die wichtigste ist das sogenannte Echokardiogramm.

Echokardiographie

Die Echokardiographie ist ein spezielles Ultraschallverfahren, mit dem Kardiologen die Funktion der Herzklappen und das Zusammenziehen des Herzmuskels beobachten können. Während eines Echokardiogramms werden Ultraschallwellen zum Herzen gesendet. Die zurückgeworfenen Ultraschallwellen werden von einem Schallkopf erfasst und von einem Computer in ein Bild umgewandelt. Bei den meisten Echokardiogrammen wird der Schallkopf auf die Brust des Patienten gesetzt. Dies wird als „transthorakales“ oder „Oberflächen“-Echokardiogramm bezeichnet. Diese Untersuchung ist nicht invasiv und dauert nur wenige Minuten.

In einigen Fällen wird ein sogenanntes transösophageales Echokardiogramm durchgeführt. Bei dieser Art von Echokardiogramm wird der Schallkopf durch den Mund in die Speiseröhre geführt. Da die Speiseröhre nahe an der Rückseite des Herzens verläuft, erzeugt ein solches Echokardiogramm hervorragende Bilder des Herzens und der Herzklappen.

Katheterisierung

Mithilfe einer Herzkatheterisierung (Angiographie) kann die Funktion der Koronararterien und der Herzklappen beurteilt werden. Bei der Herzkatheterisierung wird ein Schlauch in die Blutgefässe oder das Herz eingeführt. Der Schlauch spritzt ein Kontrastmittel (Färbemittel) ein, das auf den Röntgenbildern sichtbar ist. Die Koronarangiographie ist insbesondere zur Beurteilung der Herzkranzgefässe des Herzens nützlich. Bei den meisten Patienten wird vor der Herzklappenoperation eine Koronarangiographie oder eine Herzkatheterisierung durchgeführt. Dies ist notwendig, um festzustellen, ob verstopfte Koronararterien vorliegen, die während des Eingriffs behandelt werden müssen.

Röntgenaufnahmen des Brustkorbs

Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs kann zur Erkennung von Kalkablagerungen im Herzen, etwa an den Herzklappen, wichtig sein. Sie zeigt auch die Grösse und Form des Herzens und der Lunge. Bei allen Patienten wird vor einer Herzklappenoperation eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs gemacht.

HERZKLAPPENBEHANDLUNG

Erkrankte Herzklappen können auf unterschiedliche Weise behandelt werden. Dazu zählen: 1) Medikamente, 2) chirurgische Klappenreparatur, 3) chirurgischer Klappenersatz und 4) Transkatheter-Herzklappenersatz. Medikamente können zwar die Fehlfunktion der Herzklappe nicht korrigieren, sie können jedoch in vielen Fällen die Symptome lindern. Wenn eine Reparatur oder ein Ersatz erforderlich ist, bespricht Ihr Kardiologe, Chirurg oder Interventionskardiologe mit Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten. Die Wahl zwischen Ersatz oder Reparatur hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter welche Herzklappe betroffen ist, der Schwere der Erkrankung und ob eine Stenose oder Regurgitation vorliegt.

Ihr Herzteam

Wenn Sie sich einer Herzklappenreparatur oder einem Herzklappenersatz unterziehen müssen, werden Sie von einem Team von medizinischen Fachkräften betreut, die sich um Ihre Sicherheit und Ihr Wohlbefinden vor, während und nach dem Eingriff kümmern. Im Folgenden finden Sie Informationen zu den verschiedenen Gesundheitsdienstleistern, mit denen Sie im Verlauf Ihrer Behandlung möglicherweise zu tun haben.

Hausarzt — Ihr Hausarzt ist möglicherweise der Erste, der die Symptome einer Herzklappenerkrankung oder andere Erkrankungen feststellt, die zu einer Herzklappenerkrankung oder einem Herzklappenfehler führen können. Der Hausarzt kann spezielle Untersuchungen anordnen, um die Diagnose zu bestätigen, oder Sie an einen entsprechenden Facharzt überweisen.

Kardiologe — Ein Facharzt, der auf Herzerkrankungen spezialisiert ist. Der Kardiologe führt keine Herzoperationen durch, nimmt jedoch häufig diagnostische Untersuchungen vor, um die Ursache von Herzproblemen festzustellen und die Art der Behandlung für die Herzerkrankung zu bestimmen. Der Kardiologe verschreibt Ihnen möglicherweise Medikamente bzw. überweist Sie an einen Herz- und Gefässchirurgen.

Herz- und Gefässchirurg — Ein Arzt, der auf Herzoperationen spezialisiert ist, darunter die Reparatur oder der Ersatz von erkrankten Herzklappen. Der Chirurg ist an Entscheidungen über den Zeitpunkt und die beste Vorgehensweise beteiligt, darunter Wahl der Methode und des Instruments zur Behandlung Ihrer Herzklappenerkrankung.

Interventionskardiologe — Ein Arzt, der eine zusätzliche spezielle Ausbildung zur Durchführung von kathetergestützten Eingriffen zur Behandlung von Herzerkrankungen absolviert hat. Der Interventionskardiologe bestimmt gemeinsam mit dem Chirurgen, welche Patienten sich für einen Transkatheter-Aortenklappenersatz eignen.

Anästhesist — Anästhesisten und Fachpflegekräfte für die Anästhesie sind darin ausgebildet, Patienten während Eingriffen zu sedieren (ruhig zu stellen) oder in Vollnarkose (künstlichen Schlaf) zu versetzen.

Ärzte und Fachpflegekräfte für die Intensivmedizin — Die Intensivstation ist eine spezialisierte Abteilung in einem Spital, in der man nach den meisten Eingriffen eng überwacht und behandelt wird. Das Team von Ärzten und Fachpflegekräften der Intensivstation arbeitet mit Ihrem Chirurgen und Kardiologen zusammen, um Ihre Versorgung in dieser Zeit zu managen.

Chirurgische Verfahren für Herzklappenerkrankungen

Die meisten Herzoperationen werden über einen Einschnitt entlang des gesamten Brustbeins (Sternums) durchgeführt. Dieser Einschnitt wird als mediane Sternotomie bezeichnet. Er verheilt in der Regel sehr gut, wobei der Knochen etwa sechs Wochen braucht, bis er vollständig verheilt ist.

Bei bestimmten Patienten kann die Herzklappenoperation über kleinere oder minimal invasive Einschnitte erfolgen. Kleinere Einschnitte bedeuten möglicherweise einen gewissen Nutzen für den Patienten. Mithilfe von den vor der Operation durchgeführten Untersuchungen wie zum Beispiel einer Koronarangiographie, Echokardiographie und in vielen Fällen eines CT-Scans (CAT) des Brustkorbs kann festgestellt werden, welche Patienten für einen minimal invasiven Eingriff in Frage kommen. Wie bei Operationen mit vollständiger Durchtrennung des Brustbeins (Sternotomie) kommt auch bei diesen chirurgischen Verfahren mit nur kleinen Einschnitten eine Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz.

Transkatheter-Aortenklappenersatz (TAVR): Eine weniger invasive Alternative zur Operation am offenen Herzen

Für Patienten, bei denen eine schwere Aortenstenose festgestellt wurde und bei denen ein mittleres bis erhöhtes Operationsrisiko für eine Operation am offenen Herzen besteht, gibt es eine Alternative: den Transkatheter-Aortenklappenersatz (TAVR, Transcatheter Aortic Valve Replacement). Dieser Eingriff wird auch als Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI, Transcatheter Aortic Valve Implantation) bezeichnet. Es handelt sich um einen weniger invasiven Eingriff, der keine Operation am offenen Herzen erfordert.

TAVR procedure
Mit dem TAVI-Eingriff kann eine neue Herzklappe in die erkrankte Aortenklappe eingesetzt werden. Die neue Klappe drängt die Segel der erkrankten Klappe beiseite. Die Segel der erkrankten Klappe dienen zur Befestigung des Rahmens der neuen Klappe.

Dieser weniger invasive Eingriff unterscheidet sich von einer Operation am offenen Herzen. Beim TAVI-Eingriff wird die Herzklappe mithilfe eines Katheters ersetzt, anstatt dass der Brustkorb geöffnet und die erkrankte Herzklappe vollständig entfernt wird.

TAVI-Eingriffe können über verschiedene Zugänge erfolgen, wobei der transfemorale Zugang (durch einen Einschnitt am Bein) am häufigsten verwendet wird. Nur ein Herzteam kann entscheiden, welche Vorgehensweise abhängig vom Gesundheitszustand des jeweiligen Patienten und anderen Faktoren die beste ist.

Sprechen Sie mit einem Herzteam über TAVI und die damit verbundenen Risiken.

Erfahren Sie mehr über TAVI und welche Patienten für diesen Eingriff infrage kommen.

Erfahren Sie mehr über Transkatheter-Herzklappen von Edwards.

Chirurgische Herzklappenreparatur

Wenn der Herz- und Gefässchirurg sich für eine Reparatur der Herzklappe entscheidet, besteht der erste Schritt darin, die erkrankte Herzklappe zu entfernen (Entfernen der Klappe und Kalkablagerungen) und anschliessend an ihrer Stelle eine Herzklappenprothese einzusetzen. Klappenprothesen zum Ersatz erkrankter natürlicher Herzklappen bestehen aus einer Reihe verschiedener Materialien und sind in unterschiedlichen Grössen erhältlich.

Es gibt zwei Oberkategorien von Herzklappenprothesen, die zum Ersatz erkrankter Herzklappen verwendet werden:

  • Bioprothetische oder Gewebeklappen, die überwiegend aus tierischem Gewebe bestehen, d. h. Herzbeutelgewebe (Perikard) vom Rind, Aortenklappen vom Schwein oder menschliche Herzklappen, die verstorbenen Spendern entnommen wurden.
  • Mechanische Herzklappen aus synthetischem Material, hauptsächlich Carbon.

Gewebeklappen (bioprothetische Klappen)

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Gewebeklappen:

  • Heterotransplantat (oder Xenotransplantat) - Herzklappen oder Perikardgewebe, die für medizinische Zwecke geeigneten Tieren (z. B. Rind oder Schwein) entnommen werden.
  • Homotransplantat (oder Allotransplantat) - Menschliche Herzklappen, die verstorbenen Spendern entnommen werden.
  • Autotransplantat/Eigengewebe – Normale Herzklappe, die von einer Position an eine andere versetzt wird, um eine erkrankte Herzklappe beim selben Patienten zu ersetzen (beschränkt auf den Ersatz der Aortenklappe durch die Pulmonalklappe).

Ein Heterotransplantat ist eine biologische Herzklappe aus tierischem Gewebe. Perikard-Herzklappen beispielsweise enthalten für gewöhnlich Segel aus Herzbeutelgewebe (Perikard) vom Rind und werden an einen flexiblen oder halbflexiblen Rahmen angenäht. Eine weitere Art von Gewebeklappen sind Schweine-Herzklappen. Eine Schweine-Herzklappe besteht aus der Aortenklappe eines Schweins und wird für gewöhnlich an einen flexiblen oder halbflexiblen Rahmen angenäht, um eine „gestentete“ (gerüsttragende) Herzklappe zu bilden. Die natürliche Aortenwurzel des Schweins kann auch intakt gelassen und als Rahmen verwendet werden, um eine „stentless“ (gerüstlose) Herzklappe zu bilden.

Jede Herzklappe ist von einem Nahtring aus synthetischem Gewebe umgeben. Über diesen Nahtring wird die Klappe am Herzen angenäht.

Gewebeklappen (bioprothetische Klappen)

Mechanische Herzklappen

Mechanische Herzklappen verfügen über Segel, die aus einer speziellen Art von Carbon bestehen. Diese Herzklappen haben in der Regel zwei Segel. Die Segel öffnen und schliessen sich während des Herzzyklus und stellen so sicher, dass das Blut nur in eine Richtung fliesst.

Mechanische Herzklappen

Kriterien und Auswahl der Herzklappen

Die Wahl zwischen einer mechanischen Herzklappe und einer Gewebeklappe hängt von der individuellen Beurteilung von Nutzen und Risiken der einzelnen Klappen sowie der Lebensweise, dem Alter und dem Gesundheitszustand des betreffenden Patienten ab.

Gewebeklappen erfordern keine dauerhafte Anwendung von Blutverdünnern (Antikoagulanzien). Dies ist ein wichtiger Gesichtspunkt für Patienten, die keine Blutverdünner einnehmen können, da sie eine Vorgeschichte starker Blutungen (z. B. Magen-Darm-Blutungen oder Blutungen im Harn- und Geschlechtsapparat) oder ein erhöhtes Risiko für traumatische Verletzungen und Blutungen im Zusammenhang mit Freizeit- oder sportlichen Aktivitäten oder aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters haben. Gewebeklappen halten in der Regel mindestens zehn Jahre, bei manchen Patienten halten sie bereits seit über 30 Jahren. Bei Patienten unter 60 Jahre, die eine Gewebeklappe erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie irgendwann einen weiteren Klappenersatz benötigen, bei Patienten über 70 Jahre ist dies jedoch meist nicht der Fall.

Mechanische Herzklappen verschleissen selten. Sie bedürfen jedoch einer täglichen Behandlung mit Blutverdünnern, und Blutverdünner können eine Ernährungsumstellung und eine Veränderung der körperlichen Aktivität erfordern.

Die Entscheidung für eine Gewebeklappe oder mechanische Klappe als Ersatz ist häufig mit dem Alter des Patienten verbunden, wobei bei älteren Patienten bevorzugt Gewebeklappen eingesetzt werden. Es besteht jedoch kein eindeutiges Einvernehmen bezüglich des genauen Alters, ab dem eine Gewebeklappe einer mechanischen Herzklappe vorzuziehen ist.

Herzklappenreparatur

Wenn möglich, ist es allgemein vorzuziehen, die Herzklappe eines Patienten zu reparieren, statt sie durch eine Prothese zu ersetzen. Bei der Herzklappenreparatur nimmt der Chirurg gewöhnlich Veränderungen am Gewebe oder an der zugrunde liegenden Struktur der Mitral- oder Trikuspidalklappe vor.

Beinahe alle Herzklappenreparaturen beinhalten das Einsetzen eines Annuloplastierings oder -bands. Dabei handelt es sich um eine mit synthetischem Gewebe ummantelte Vorrichtung, die an der Basis (dem Anulus) der Mitral- oder Trikuspidalklappe implantiert wird. Sie verleiht der eigenen Herzklappe des Patienten Stabilität und führt die Klappensegel näher zueinander, um zu verhindern, dass die Herzklappe undicht ist. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Annuloplastievorrichtungen. Der Chirurg wählt die für Ihre Herzklappe am besten geeignete aus.

Halbstarrer Ring, starrer Ring, flexibles Band

Neben einer Annuloplastie erfordert die Mitralklappenreparatur häufig eine Korrektur der Segel oder Sehnenfäden, mit denen die Klappensegel mit dem Herzen verbunden sind. Wenn eine Mitralklappe aufgrund eines Mitralklappenprolaps undicht ist, kann die normale Klappenfunktion durch Reparatur der Segel und Sehnenfäden (und Einsetzen eines Annuloplastierings oder -bands) wiederhergestellt werden.

Nachsorge nach einem Herzklappeneingriff

Die normale Genesungszeit nach einer herkömmlichen Herzklappenoperation beträgt etwa vier bis acht Wochen. Eine schnellere Genesung ist möglich, wenn ein kleinerer Einschnitt verwendet wird, wie etwa bei minimal invasiven und Transkatheter-Verfahren. Während dieses Zeitraums gewinnen die Patienten allmählich immer mehr an Energie und nehmen wieder die normalen Aktivitäten des täglichen Lebens auf. Regelmässige Kontrollen durch einen Herzspezialisten sind unerlässlich. Sie können sich jederzeit an Ihren Arzt wenden, wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer Gesundheit haben. Dies gilt insbesondere, wenn Sie ungewöhnliche Symptome bei sich beobachten oder sich Ihr allgemeiner Gesundheitszustand verändert.

Ernährung und Bewegung – Zwei weitere wichtige Aspekte der Genesung und des allgemeinen Wohlbefindens sind die Einhaltung einer gesunden Ernährung und regelmässige Bewegung. Wenn Ihr Arzt eine spezielle Diät empfohlen hat, ist es wichtig, diese zu befolgen. Eine gesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebens. Während der Genesungsphase geben nahrhafte Lebensmittel ihrem Körper Energie und können den Heilungsprozess beschleunigen.

Auf www.heart.org/nutrition finden Sie ausführliche Informationen zu einer herzgesunden Ernährung. Sie erfahren mehr über gesunde Lebensmittel, einfaches Kochen, Auswärtsessen, sinnvolles Einkaufen und herzgesunde Rezepte.

Zur Verbesserung der allgemeinen Herz-Kreislauf-Fitness wird empfohlen, dass Sie eine ausgewogene Ernährung einhalten und den Empfehlungen Ihres Arztes bezüglich Bewegung und Gewichtskontrolle folgen. Die Einhaltung eines regelmässigen Trainingsprogramms spielt eine wichtige Rolle für eine gesunde Lebensweise. Unter ärztlicher Anleitung sollten Sie Ihr Trainingsprogramm und Ihre körperliche Aktivität allmählich steigern. Sprechen Sie immer zuerst mit Ihrem Arzt, bevor Sie mit einer neuen sportlichen Aktivität anfangen.

Antikoagulanzien – Es ist wichtig, den Anweisungen des Arztes zur Einnahme von Medikamenten zu folgen, insbesondere wenn ein Antikoagulans verschrieben wurde. Antikoagulanzien (Blutverdünner) verringern die natürliche Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Wenn Sie Blutverdünner einnehmen müssen, benötigen Sie regelmässige Bluttests, um die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu messen. Anhand der Ergebnisse dieser Tests kann Ihr Arzt die Menge an Blutverdünner bestimmen, die Sie einnehmen müssen. Es kann eine Weile dauern, die richtige Dosis dieses Medikaments für Sie zu bestimmen, doch eine regelmässige Einnahme und die Befolgung der ärztlichen Anweisungen sind wichtig. Heimtests sind eventuell ebenfalls möglich, fragen Sie Ihren Arzt nach dieser Möglichkeit. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Sie möglicherweise einnehmen, und mögliche Einschränkungen bei der Ernährung, die für die Einnahme von Blutverdünnern gelten. Fragen Sie auch nach den Anzeichen für eine möglicherweise zu hohe Dosis, auf die Sie achten sollten.

Sonstige Gesundheitsinformationen – Informieren Sie Ihren Zahnarzt oder Arzt vor Zahnbehandlungen, einschliesslich Zahnreinigung, endoskopischen Eingriffen oder Operationen darüber, dass Sie eine Herzklappenprothese haben. Patienten mit einer Klappenprothese sind anfälliger gegenüber Infektionen, die zu einer Schädigung des Herzens in der Zukunft führen könnten. Daher ist möglicherweise vor und nach bestimmten medizinischen Behandlungen die Einnahme von Antibiotika erforderlich, um das Risiko einer Infektion zu verringern.

Wenn Sie mehr als ein paar Tage verreisen, versuchen Sie trotzdem, Ihre normale Ernährung und Bewegung möglichst beizubehalten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alle Medikamente (einschliesslich rezeptfreier Medikamente), die Sie einnehmen, und ändern Sie die Dosis nicht, es sei denn, Sie wurden dazu angewiesen.

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